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Trail Making Test: Training für kognitive Flexibilität und Verarbeitungsgeschwindigkeit
Wissenschaft6 min Lesezeit

Trail Making Test: Training für kognitive Flexibilität und Verarbeitungsgeschwindigkeit

Der Trail Making Test trainiert kognitive Flexibilität, visuelle Suche und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Erfahre wie diese klassische Übung funktioniert und was sie bringt.

SynapseGym Team

Was ist der Trail Making Test?

Der Trail Making Test (TMT) ist ein neuropsychologischer Test, der seit den 1940er Jahren verwendet wird. Er misst visuelle Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit und kognitive Flexibilität.

Das Prinzip

Du verbindest Punkte in einer bestimmten Reihenfolge - entweder numerisch (1-2-3...) oder abwechselnd zwischen Zahlen und Buchstaben (1-A-2-B-3-C...).

Zwei Versionen

TMT-A (Trail Making Test Teil A)

  • Verbinde Zahlen in aufsteigender Reihenfolge
  • 1 → 2 → 3 → 4 → 5 → ...
  • Misst hauptsächlich Verarbeitungsgeschwindigkeit

TMT-B (Trail Making Test Teil B)

  • Abwechselnd Zahlen und Buchstaben verbinden
  • 1 → A → 2 → B → 3 → C → ...
  • Misst zusätzlich kognitive Flexibilität

Warum ist der TMT so wertvoll?

Wissenschaftliche Relevanz

Der TMT ist einer der am häufigsten verwendeten Tests in der klinischen Neuropsychologie:

  • Standardtest für kognitive Beeinträchtigungen
  • Sensitiv für viele neurologische Erkrankungen
  • Gut erforscht mit normativen Daten für alle Altersgruppen

Was trainiert der TMT?

  1. Visuelle Suche - Schnelles Scannen und Finden von Zielen
  2. Sequentielles Denken - Reihenfolgen einhalten
  3. Motorische Geschwindigkeit - Schnelle Hand-Auge-Koordination
  4. Task-Switching - Zwischen Regeln wechseln (bei TMT-B)
  5. Arbeitsgedächtnis - Merken wo man ist und was als nächstes kommt

Anwendungsgebiete des TMT

Klinische Diagnostik

  • Demenz-Screening - Früherkennung kognitiver Defizite
  • ADHS-Diagnose - Aufmerksamkeitsdefizite erkennen
  • Schädel-Hirn-Trauma - Beurteilung von Hirnverletzungen

Alltägliche Relevanz

Die Fähigkeiten des TMT nutzt du täglich:

  • Kochen: Rezept befolgen, mehrere Töpfe gleichzeitig überwachen
  • Autofahren: Verkehrsschilder suchen, Routen planen
  • Arbeiten: Aufgabenlisten abarbeiten, Prioritäten setzen
  • Organisieren: Dokumente sortieren, Termine koordinieren

TMT-B und kognitive Flexibilität

Was ist kognitive Flexibilität?

Kognitive Flexibilität ist die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Konzepten, Perspektiven oder Strategien zu wechseln. Sie ist Teil der exekutiven Funktionen und entscheidend für:

  • Problemlösung - Alternative Ansätze finden
  • Kreativität - Neue Verbindungen herstellen
  • Anpassungsfähigkeit - Auf Veränderungen reagieren

Warum ist TMT-B schwieriger?

Bei TMT-B musst du zwischen zwei Regelsystemen wechseln (Zahlen und Buchstaben). Dieser Wechsel erfordert:

  • Inhibition der gerade nicht relevanten Regel
  • Aktivierung der neuen Regel
  • Monitoring um sicherzustellen, dass man richtig wechselt

So verbesserst du dich im TMT

Strategie für TMT-A

  1. Scanne systematisch - Von links nach rechts, oben nach unten
  2. Plane voraus - Suche schon die nächste Zahl während du verbindest
  3. Halte den Stift/Finger nahe - Minimiere Bewegungszeit

Strategie für TMT-B

  1. Antizipiere den Wechsel - Denke immer: "Zahl dann Buchstabe"
  2. Entwickle einen Rhythmus - 1-A-2-B wird wie ein Mantra
  3. Bleibe ruhig - Stress verschlechtert das Switching

Trainingsempfehlungen

  • Häufigkeit: 3-4 Mal pro Woche
  • Dauer: 5-10 Minuten pro Session
  • Progression: Starte mit TMT-A, dann TMT-B, dann unter Zeitdruck

Trail Making in SynapseGym

SynapseGym bietet einen interaktiven Trail Making Test:

Features

  • Touch-optimiert - Perfekt für Smartphones
  • Verschiedene Schwierigkeiten - Von einfach bis Experte
  • Zeitmessung - Präzise Erfassung deiner Geschwindigkeit
  • Fehlertracking - Sieh wo du Fehler machst
  • Fortschrittsverlauf - Verfolge deine Verbesserung über Zeit

Modi

Klassisch (TMT-A)

  • Nur Zahlen verbinden
  • Ideal für Einsteiger und Aufwärmen

Erweitert (TMT-B)

  • Zahlen und Buchstaben abwechselnd
  • Trainiert kognitive Flexibilität

Challenge

  • Zeitlimit für Extra-Herausforderung
  • Steigert Verarbeitungsgeschwindigkeit unter Druck

Normative Werte

TMT-A (nur Zahlen)

Altersgruppe Gute Zeit Durchschnitt Langsam
18-24 Jahre < 22s 22-29s > 29s
25-54 Jahre < 25s 25-35s > 35s
55-64 Jahre < 30s 30-42s > 42s
65+ Jahre < 40s 40-58s > 58s

TMT-B (Zahlen + Buchstaben)

Altersgruppe Gute Zeit Durchschnitt Langsam
18-24 Jahre < 48s 48-64s > 64s
25-54 Jahre < 55s 55-75s > 75s
55-64 Jahre < 70s 70-100s > 100s
65+ Jahre < 90s 90-132s > 132s

Tipps für bessere Ergebnisse

1. Wärme dich auf

Mache ein paar einfache Durchgänge bevor du auf Zeit gehst.

2. Optimiere dein Setup

  • Bildschirm auf Augenhöhe
  • Bequeme Sitzposition
  • Kein Zeitdruck beim Üben (erst später hinzufügen)

3. Analysiere deine Fehler

  • Wo passieren die meisten Fehler?
  • Beim Suchen oder beim Wechseln?
  • Gezielt an Schwachstellen arbeiten

4. Übe das Switching separat

Zähle laut: 1-A-2-B-3-C... ohne den visuellen Test. Das verbessert die Automatisierung.

Häufige Fragen

Warum ist TMT-B so viel schwieriger als TMT-A?

TMT-B erfordert kognitives Switching zwischen zwei Regelsystemen. Dieser "Switch-Kosten" addiert sich bei jedem Wechsel und macht den Test deutlich anspruchsvoller.

Verbessert TMT-Training wirklich die Alltagsfähigkeiten?

Ja! Studien zeigen Transfereffekte auf andere Aufgaben, die kognitive Flexibilität erfordern. Die trainierte visuelle Suche und das Sequenzdenken sind universell anwendbar.

Wie oft sollte ich den TMT üben?

3-4 Mal pro Woche für jeweils 5-10 Minuten ist optimal. Mehr Training führt zu schnellerer Verbesserung, aber auch tägliches kurzes Training zeigt Effekte.

Fazit

Der Trail Making Test ist eine effektive Übung für:

  • Schnellere visuelle Verarbeitung - Finde Informationen schneller
  • Bessere kognitive Flexibilität - Wechsle leichter zwischen Aufgaben
  • Höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit - Denke und handle schneller

Trainiere den Trail Making Test in SynapseGym und verbessere diese wichtigen kognitiven Fähigkeiten!


Quellen: Reitan (1958), Tombaugh (2004), Arbuthnott & Frank (2000)

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